Bei generalisierter Myasthenia gravis bildet das Immunsystem fälschlicherweise schädliche IgG-Proteine, sogenannte Autoantikörper, die die Kommunikation zwischen Nerven und Muskeln stören.1
Bei generalisierter Myasthenia gravis können herabhängende Augenlider oder schwache Augenmuskeln, verschwommenes oder doppeltes Sehen, Veränderungen im Gesichtsausdruck, Probleme beim Sprechen, Kurzatmigkeit, Schluckbeschwerden, Schwäche der Arme und/oder Beine auftreten.2
Eine myasthene Krise ist eine lebensbedrohliche Komplikation bei generalisierter Myasthenia gravis. Betroffene sind nicht mehr in der Lage selbst zu atmen oder zu schlucken und benötigen eine Behandlung auf der Intensivstation.2,3
Die generalisierte Myasthenia gravis ist zwar nicht heilbar, die Symptome können jedoch durch eine Behandlung gelindert werden. Für die Therapie der generalisierten Myasthenia gravis stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente, eine Entfernung der Thymusdrüse sowie eine Notfallbehandlung bei myasthener Krise zur Verfügung.2
VYVGART bindet an FcRn und verhindert so die Bindung zwischen den schädlichen IgG-Proteinen und FcRn. Das Arzneimittel wird zusätzlich zur Standardtherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit generalisierter Myasthenia gravis angewendet, die Anti-Acetylcholin-Rezeptor (AChR)-Antikörper positiv sind.4,5,6
Für die Verabreichung von VYVGART gibt es verschiedene Möglichkeiten: Seit Kurzem steht das Arzneimittel als Fertigspritze zur Selbstverabreichung unter die Haut (subkutan, s.c.) zur Verfügung. Darüber hinaus ist VYVGART als ebenfalls s.c. zu verabreichende Injektionslösung mittels eines geflügelten Infusionssets oder als intravenöse (i.v.) Infusion erhältlich.4,5,6
Ein Behandlungszyklus besteht aus einer Injektion oder Infusion pro Woche. Insgesamt werden pro Behandlungszyklus jeweils 4 Injektionen oder Infusionen gegeben.4,5,6 Die Länge der Therapiepausen zwischen den Zyklen ist von deinem individuellen Ansprechen abhängig. Besprich mit deiner:m Ärzt:in bei Therapiebeginn das Vorgehen für weitere Behandlungszyklen.
Die Verabreichung der VYVGART Fertigspritze sowie der Injektionslösung mittels geflügeltem Infusionsset kann von dir selbst oder einer Pflegeperson nach Training der Selbstapplikation unter ärztlicher Aufsicht selbst zuhause durchgeführt werden.4,5,* Im Gegensatz dazu muss die Infusion immer von medizinischem Fachpersonal verabreicht werden.6
Die Fertigspritze ist mit wenigen Handgriffen gebrauchsfertig.4 Sie kann ab der 6. Gabe von dir selbst oder einer Pflegeperson verabreicht werden.4,* Dabei sind in jedem Fall u.a. folgende Punkte zu beachten:
Die meisten Nebenwirkungen waren in klinischen Studien mild bis moderat ausgeprägt.4,5,6
Nebenwirkungen unter VYVGART s.c. Fertigspritze sowie der VYVGART s.c. Injektionslösung:4,5
Nebenwirkungen unter VYVGART i.v.:6
Wenn du selbst Nebenwirkungen feststellst, sprich mit deiner:m Ärzt:in oder dem medizinischen Fachpersonal, sie können dir bei der Linderung der Beschwerden helfen. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die sich von den oben genannten unterscheiden.4,5
Injektions-, Infusions-, und Überempfindlichkeitsreaktionen
Unter VYVGART wurden anaphylaktische Reaktionen festgestellt.4,5,6
Der erste Behandlungszyklus und die erste Anwendung des zweiten Behandlungszyklus mit der VYVGART s.c. Fertigspritze sowie der Verabreichung mittels eines geflügelten Infusionssets müssen unter Aufsicht einer:s Ärzt:in durchgeführt werden. Die Patient:innen sollten nach der Anwendung für 30 Minuten auf klinische Anzeichen und Symptome von Injektionsreaktionen überwacht werden.4,5
Bei VYVGART i.v. sollten die Patient:innen während der Gabe und eine Stunde danach auf klinische Anzeichen und Symptome von Reaktionen im Zusammenhang mit einer Infusion überwacht werden.4,5,6
Informiere sofort deine:n Ärzt:in, wenn du während oder nach der Injektion bzw. Infusion folgende Zeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion (anaphylaktischen Reaktion) feststellst: Anschwellen des Gesichts, der Lippen, des Rachens oder der Zunge, wodurch das Schlucken oder Atmen erschwert wird, Atemnot, Gefühl das Bewusstsein zu verlieren oder Hautausschlag.4,5,6
Bitte lies die Packungsbeilage für detaillierte Hinweise.
1 PubMed. Muscle autoantibodies in myasthenia gravis: beyond diagnosis?, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22882218/ (abgerufen am 09.07.2024).
2 Myasthenia Gravis. Rare Disease Database 2021, https://rarediseases.org/rare-diseases/myasthenia-gravis/ (abgerufen am 30.05.2024).
3 Wiendl H et al. Diagnostik und Therapie myasthener Syndrome, S2k-Leitlinie, 2024, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 16.01.2025).
4 Gebrauchsinformation VYVGART® 1 000 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze, aktueller Stand.
5 Gebrauchsinformation VYVGART® 1 000 mg Injektionslösung, https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/uv/vyvgart-1-000-mg-injektionsloesung (abgerufen am 13.06.2024).
6 Gebrauchsinformation VYVGART® 20mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, https://www.patienteninfo-service.de/gi/19834/pdf2 (abgerufen am 03.07.2024).
* ab der 6. Injektion nach ausreichender Schulung der subkutanen Injektionstechnik, die erste Selbstinjektion muss immer unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.
Gebrauchsinformation VYVGART® 1 000 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze, https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/uv/vyvgart-1-000-mg-injektionsloesung-in-einer-fertigspritze (abgerufen am 27.06.2025).
Gebrauchsinformation VYVGART® 1 000 mg Injektionslösung, https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/uv/vyvgart-1-000-mg-injektionsloesung (abgerufen am 27.06.2025).
Gebrauchsinformation VYVGART® 20mg/ml Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, https://www.patienteninfo-service.de/a-z-liste/uv/vyvgart-20-mgml-konzentrat-zur-herstellung-einer-infusionsloesung (abgerufen am 27.06.2025).
DE-VYV-25-00039
Hinweis: Aus rechtlichen Gründen dürfen Informationen zu verschreibungspflichtigen Medikamenten nur medizinischen Fachkreisen oder Patient*innen mit einer Verschreibung für dieses Medikament zugänglich gemacht werden. Bei Fragen zu Therapien wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.
Da Sie keine Verschreibung für dieses Medikament haben und auch nicht den medizinischen Fachkreisen angehören, sind wir aus rechtlichen Gründen nicht befugt, Ihnen Informationen bereitzustellen. Sollten Sie Fragen zu Therapien haben, empfehlen wir Ihnen, sich an Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt zu wenden.